Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement?

Hinter der Begrifflichkeit des betrieblichen Gesundheitsmanagements stehen verschiedene Maßnahmen und Aktivitäten des Arbeitsgebers, um sich um die gesundheitsförderliche Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Arbeit an sich, aber auch um verschiedene Aspekte der Arbeitssicherheit und der Wiedereingliederung bereits erkrankter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu kümmern. Hierbei sind verschiedene Instanzen bereits gesetzlich vorgeschrieben. So zählen beispielsweise der Arbeitsschutz mit den geforderten Gefährdungsbeurteilungen an einen Betrieb.

Wird sich seitens des Arbeitgebers nun auch um die Gesundheitsförderung, z. B. durch ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Programme zur gesunden Ernährung etc. gekümmert, also über die gesetzlichen Anforderungen hinaus die Gesundheit der Mitarbeitenden gefördert, spricht man von einem umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagement. Hierbei ist es von besonderer Wichtigkeit, dass die Entscheidung ein solches Managementmodell einzuführen und zu etablieren, von allen Entscheidungsträgern und/oder Gremien im Unternehmen getragen und gelebt wird.

Leitlinien des betrieblichen Gesundheitsmanagements bei der TWSD wohnen plus... gGmbH

Das betrieblichen Gesundheitsmanagement der Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus... gGmbH orientiert sich an folgenden Leitlinien:

  1. Betriebliches Gesundheistmanagement beinhaltet sowohl die Förderung des individuellen Gesundheitsverhaltens der Beschäftigten als auch die gesundheistgerechte Arbeits- und Organisationsgestaltung (Ganzheitlichkeit).
  2. Betriebliches Gesundheitsmanagement wird systematisch durchgeführt: Bestandsaufnahme, Maßnahmeplanung, Maßnahmeumsetzung und Erfolgsbewertung bilden einen Regelkreis.
  3. Möglichst viele Beschäftigte werden an den Entscheidungen, den Maßnahmen und den Lösungen beteiligt (Partizipation).
  4. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein auf Dauer angelegter Prozess (Nachhaltigkeit).
  5. Betriebliches Gesundheitsmanagement muss bei allen wichtigen Entscheidungen in allen Bereichen des Unternehmens berücksichtigt werden (Integration).
  6. Betriebliches Gesundheitsmanagement wird als Führungsaufgabe verstanden und berücksichtigt.
  7. Gesundheitliche notwendige Maßnahmen dürfen nicht unter Hinweis auf wirtschaftliche Erwägungen unterbleiben.
  8. Die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern sowie Teilzeitkräften mit Familienpflichten werden berücksichtigt.

Projektvorstellung "Stress-Rekord"

Da die Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus... gGmbH großes Interesse daran hat, sowohl ihren Kunden als auch ihren Mitarbeitenden stets die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, wurde im April 2016 ein ganz neuer Weg beschritten und die Zusammenarbeit mit drei weiteren Partnern im Rahmen eines Projektes gestartet. Hierbei handelt es sich um das Projekt "Serious Game-basierte Informations- und Lernumgebung zum Abbau von physischen und psychischen Belastungen bei Pflegekräften" kurz: "Stress-Rekord". Dieses Projekt wird im Rahmen des Förderschwerpunktes "Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Alle Erkenntnisse dieses Forschungsprojektes sowie aktuelles aus dem Pflegesektor werden regelmäßig auch auf der Internetpräsenz des Projektes veröffentlicht: www.stressrekord.de

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum der TU-Dresden, der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. und der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Süd gGmbH bearbeitet.

Das Gesamtziel des Projektes Stress-Rekord ist die Entwicklung und Umsetzung einer Serious Games-basierten Lern- und Informationsumgebung für Führungskräfte im ambulanten Pflegebereich. Die als Planspiel konzipierte Anwendung kombiniert unterhaltsames Spielerleben mit der Aneignung und Anwendung von Wissen sowie Fähigkeiten im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention. Pflegedienstleitungen erlangen so spielerisch die notwendigen Kompetenzen, um arbeitsbedingte Belastungen der Pflegekräfte frühzeitig zu erkennen und ihre Mitarbeiter/-innen handlungs- und bedarfsorientiert zu unterstützen. Führungskräfte werden mit Hilfe der Lernumgebung für arbeitsbedingte Belastungen der Mitarbeiter/-innen sensibilisiert und zu Veränderungen ihres Führungsverhaltens angeregt.

Die Ziele und Aufgaben der Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus... gGmbH als Praxispartner im Verbundprojekt lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Entwicklung und Implementierung  eines umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagements
  • Evaluation und Implementierung der Lernumgebung als innerbetriebliche Personalentwicklungsmaßnahme für Leitungskräfte
  • Führungskräfteschulungen als verhaltensorientierte Präventionsmaßnahme
  • Gesundheitsförderung als Führungsaufgabe im Unternehmen etablieren
  • Praxisnahe Unterstützung aller Projektpartner (Einbringen praxisnaher Fragestellungen, branchen- und unternehmensspezifischer Herausforderungen und Problemstellungen, Abteilung von Handlungsempfehlungen)

Im Rahmen des genannten Förderschwerpunktes wurden unter vielen anderen auch fünf Projekte zur "Fokusgruppe zwei" zusammengefasst, welche nach nur zwei Fokusgruppentreffen bereits eine Broschüre publizieren konnte. Die Broschüre "Neue Ansätze des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Pflege- und Dienstleistungssektor" wurde über den Bertuch-Verlag Weimar publiziert.

Broschre Fokusgruppen Seite 1